Carmen - unter der Brücke
Sommertheater
mit Musik
frei nach
Prosper Mérimée
Auch in diesem
Sommer erfüllt das Ensemble des Theaterschiffs das Ufer rund
um ihren Kahn
mit Leben. Am 01. Juni feierte hier eine Carmen Adaption
Premiere.
Das berühmte Liebesdrama liefert die Vorlage für ein musikalisches,
leidenschaftliches und durch und durch unterhaltsames Spektakel. Das Open
Air
Sommertheater des Theaterschiffs verlegt die Handlung ans Havelufer.
Was ist für uns heute interessant an dieser 160 Jahre
alten Geschichte? Das war die Frage, die sich die Regisseurin Martina König
stellte, als sie die Novelle des französischen Schriftstellers Mérimée in der
Hand hatte. Was hat Menschen über diese ganze Zeit hinweg immer wieder an dem
Stoff gereizt und was ist davon für uns ins Hier und Jetzt übersetzbar? Im
Zentrum stehen für sie die menschlichen Beziehungen, insbesondere die Beziehung
zwischen Mann und Frau. Was ist das eigentlich, der „weibliche Reiz“, der so stark
auf Männer wirkt? Was ist Liebe? Was ist Hingabe? Hinzu kommt das
Aufeinandertreffen zweier Lebensentwürfe: das Ungebundene, Freiheitsliebende
und das von einem Bedürfnis nach Sicherheit und Planbarkeit bestimmte Leben.
Diese Fragen werden verwoben mit einer Geschichte, die in
Potsdam am Havelufer spielt. Im Zentrum steht die Schauspielerin Karo. Zusammen
mit dem Angler Ronny hat sie ihren Lebensmittelpunkt unter der Langen
Brücke. Hier tritt sie im Sommer mit IHRER „Carmen“ auf und erobert die Herzen
des Publikums. Wegen Baumaßnahmen soll sie an ihrem Stammplatz nicht mehr
spielen dürfen. Sie verweigert sich der Räumung. Ein Beamter wird damit
beauftragt, sich persönlich dieser Angelegenheit anzunehmen. Von Verzweiflung und Existenzangst getrieben, greift Karo
zu ihrer stärksten Waffe - und ein Liebesdrama nimmt seinen Lauf.
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